Fremdenverkehrsverein Mieste

Brachvogeltour

Mieste – Wernitz – Sachau – Kämeritz – Pieplockenburg – Kämkerhorst – Breiteiche

Länge ca. 32 km

Wir beginnen unsere Tour von der Touristinformation Mieste, Riesebergstr. 2b aus (1)
in Richtung Süden. Eine schmale Bitumenstraße führt uns zum Ortsteil Wernitz.
Nach 1,9 km biegen wir, kurz bevor wir die Hauptstraße erreichen, nach rechts ab
und nutzen einen Feldweg nach Süden. Bei km 3,2 erreichen wir den Dreihorst, ein
kleines Waldstück (2) mit einer Aussichtsplattform, von der aus man einen sehr
guten Einblick in das geplante Vernässungsgebiet „Langer Winkel“ erhält. Von hier
aus fahren wir nach Osten. Rechts des Weges erstreckt sich eines der
Brachvogelbrutgebiete des Naturschutzgebietes „Ohre-Drömling“. Vorbei an einem
ehemaligen Weidemelkstand, der zu einem Fledermausquartier umgebaut wurde (3),
führt uns der Weg zur Straße Wernitz-Sachau, die wir queren. Auf unserem weiteren
Weg vorbei an der Kolonie Pforte sehen wir mit etwas Glück äsende Rehe, einen auf
der Telefonleitung sitzenden Raubwürger oder rastende Kiebitze. Bald nach
Erreichen der Bahnstrecke biegen wir rechts ab und folgen der Straße bis zur
Kiesgrube. Hier besteht die Möglichkeit, den Weg über das Dörfchen Sachau mit
seiner erst im Jahre 1954 wieder aufgebauten Feldsteinkirche (18) fortsetzen. Wir
folgen jedoch den Weg entlang der Kiesgrube (4) nach Süden. Dieser, in
Teilbereichen als Angelgewässer genutzte, Kiessee ist Brutplatz von
Haubentauchern, Graugänsen, des Flussregenpfeifers, verschiedener Kleinvögel
und der erst in den letzten Jahren bei uns eingewanderten Nilgans. Graureiher,
Kormorane und verschiedene Greifvogelarten fliegen das Gewässer zur
Nahrungssuche an. Weiter führt uns der Weg durch Kiefernwälder, deren teilweise
Umwandlung in Laub- und Mischwälder eingeleitet wurde.

Auf der rechten Seite erstreckt sich der ehemalige Militärflugplatz Sachau (5), den wir
nun umfahren. Bei km 11,4 biegen wir rechts ab und folgen der Straße nach Westen.
Im Wald beiderseits der Straße befinden sich Barackenfundamente und tiefe Gräben
als stumme Zeugen vergangener Zeit. Wir queren die Straße Sachau-Jeseritz und
setzen unseren Weg an der Waldkante fort. In der Luft kreisende Bussarde und der
Gesang von Feld- und Heidelerche sind hier häufig wahrzunehmen. Wenn der Weg
endet, biegen wir nach links ab und fahren in den Wald. Bei km 13,5 fahren wir nach
rechts und erreichen den Kämeritzer Weg. Vor uns liegen verstreut die Gehöfte der
Kolonie Kämeritz. Unser Weg führt uns nach links, vorbei an einem kleinen Friedhof
(6) bis zum Jercheler Heuweg. Diesem folgen wir rechts abbiegend bis zum Sichauer
Beek-Graben. Von dort an führt uns der Weg entlang dieses Grabens nach Süden,
vorbei am Zusammenfluss mit dem Hauptvorflutgraben und einer Stauanlage (7)
bis zur Ohre (8). Stockenten fliegen auf, die kleinen Zwergtaucher entziehen sich
tauchend den Blicken, aber auch Spuren der nächtlichen Aktivitäten des Bibers
bleiben dem aufmerksamen Radler nicht verborgen.

In den Wiesen lässt sich besonders im Frühjahr das trillernde Lied der Brachvögel
vernehmen und nicht selten sieht man auch am Tage Füchse durch die weiten
Wiesen schnüren. Nun folgen wir der Ohre nach Westen. Pfeilkraut, Mädesüß und
die gelbe Teichrose zieren im Sommer die Wasserfläche. Die blau schillernden
Männchen der Gebänderten Prachtlibellen gaukeln über dem Wasser. Vorbei
am Mündungsbereich des Allerkanals (9) erreichen wir den Mannhäuser Damm.
Eine Sitzgruppe gibt Gelegenheit zur Pause, das Plätschern des Wassers an der
Hoffmannschleuse (10) durchbricht die Stille. Ein Gedenkstein erinnert an Robert
Hoffmann, den Mitverfasser des „Generalplanes für die Kultivierung des Drömlings“
aus dem Jahre 1939.

Wir fahren auf dem Mannhäuser Damm nach Süden bis zum Mittellandkanal
(auch Elbe-Weser-Kanal) und folgen diesem nach Westen, erreichen so die
Flachwasserzone bei Pieplockenburg (11). Von den auf dem Kanaldamm
eingerichteten Aussichtspunkten lassen sich zahlreiche Wasservogelarten
auf dem mit Inseln versehenen kleinen See beobachten. Dieser entstand als
Ausgleich für den Mittellandkanalausbau. An der Kanalbrücke verlassen wir den
Mittellandkanal und fahren vorbei an der Drömlingsklause in Pieplockenburg (12)
nach Norden bis zur Ohre. Hier finden wir, versteckt im Schatten großer Bäume, das
Informationszentrum der Naturparkverwaltung (13). Eine umfangreiche Ausstellung,
gepflegte Außenanlagen und ein Naturlehrweg mit zahlreichen Schautafeln jenseits
der Ohre informieren über die Drömlingslandschaft und ihre Bewohner. Im Schatten
alter Eichen und Eschen setzen wir unseren Weg in östlicher Richtung entlang der
Ohre fort. Am Deutschen Eck (14), dem Mündungsbereich des Friedrichskanals
befindet sich erneut eine Sitzgruppe für eine kurze Rast. Über eine Holzbrücke
queren wir den Friedrichskanal und nach etwa 100 m biegen wir rechts ab. Vorbei
an einem Gehöft der Kolonie Breiteiche (15) fahren wir nun nach Norden. Das am
Gehöft befindliche Storchennest gehört zu ältesten und am erfolgreichsten genutzten
des Drömlings. Bei km 29,8 lädt das „Wiesencafé Breiteiche“ zum Verweilen ein.
Frisch gestärkt setzen wir unsere Fahrt fort. Nach 200 m biegen wir rechts ab und
folgen der Straße nach Mieste bis zu unserem Ausgangspunkt. In Mieste bietet sich
das Haus Altmark für einen genußvollen Ausklang dieser Tour an.

Einige Wege lassen andere Tourvariationen zu. Als markante Punkte seien hier das
offene Wasserkreuz von Sichauer Beek-Graben und Hauptvorflutgraben (20) sowie
die Sitzgruppe an der Brücke des Sachauer Dammes über den Sichauer Beek-
Graben (19) erwähnt.

Achtung! Der größte Teil der Brachvogeltour führt uns durch das
Naturschutzgebiet „Ohre-Drömling“ (in der Karte grün hinterlegt). Im
Naturschutzgebiet ist das Verlassen der Wege nicht gestattet. Ebenso verbietet sich
hier das Lärmen, das Entfachen von Feuer und das Zelten. Verlassen Sie bitte die
Rastpunkte nach eingelegter Pause so, wie sie diese vorgefunden haben, damit
auch die nächsten Besucher die Ruhe und die Schönheit der Natur unbelastet
genießen können.

Anmerkung:

Die Wege befinden sich in unterschiedlichem Ausbauzustand. In Teilabschnitten ist
das Befahren nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Die intakte und kaum
zersiedelte Natur sollte dafür entschädigen.

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